Über uns

Unser Forschungsinteresse

Wie kommen lange, engagierte Lebenswege weit ins Rentenalter hinein zustande? Wie entwickelt sich persönliches Tun und Verhalten über Jahrzehnte hinweg im Zusammenspiel äusserer Anforderungen oder Möglichkeiten einerseits und eigenen Handlungen, beziehungsweise Kompetenzen anderseits? Gibt es auffällige Weichenstellungen und entscheidende Phasen im Lauf der Jahrzehnte? Anspruchsvolle Lebens- und Arbeitsbedingungen können - gemeistert - als Ressource wirken; anspruchslose Routineaufgaben in der Arbeit und im Privatleben sich entsprechend als Risiko herausstellen.

Vorgehen

Kern der Forschungstätigkeit sind lange strukturierte Gespräche mit zunächst 50 Personen, die protokolliert und ausgewertet werden. In einem zweiten Arbeitsschritt dokumentieren Befragte und Forschende gemeinsam in Bild, Ton, Video und Text diese Lebenswege zur Publikation im Internet, als Material für Bildungsmodule, Veranstaltungen oder für eine Wanderausstellung.

Kein Leben gleicht einem andern. Die Analyse der Interviewprotokolle zeigen dennoch mehrfach auftretende Muster in den 50 höchst diversen Lebensgeschichten von Personen, die ihre Bedürfnisse und Motivation für Arbeit, Musse, Bildung und zivilgesellschaftliches Engagement anders strukturieren als die Elterngeneration.

Beforschte Gruppe

Es geht um höchst unterschiedliche 25 weibliche und 25 männliche Personen ab Jahrgang 1950 und älter aus allen sozialen Schichten mit entsprechenden Bildungswegen und Berufen aus Stadt und Landgebieten der Deutschschweiz. Sie leben allein oder in Familien, haben eigene oder adoptierte Kinder und sie sind immigriert oder in der Schweiz geboren. Zeitgeschichte hat ihnen einen Rahmen gesetzt, etwa der Kalte Krieg, wachsender Wohlstand, der liberale Aufbruch der sechziger Jahre, neue Rollen und Rechte für Frauen, die Bildungsexpansion, die wachsende geografische und soziale Mobilität.

Budget und Finanzierung

Sachkosten und eingekaufte Leistungen belaufen sich für das knapp zwei Jahre dauernde Projekt auf rund 160 000 Franken. Dem stehen ehrenamtlich geleistete Forschungs- und Managementleistungen im Wert von rund 500 000 Franken gegenüber. Die Kosten werden vor allem von privaten Sponsoren getragen.

Mike Martin, Gerontologe an der Universität Zürich und Direktor UZH Innovationscluster Gesunde Langlebigkeit:

«Das Projekt ist in mehrfacher Hinsicht innovativ. Erstens liefert es umfangreiche objektive Daten zur Komplexität und Heterogenität von zentralen Phänomenen der Langlebigkeit. Damit liefert es neuartige Daten und Grundlagen für Langlebigkeitsinnovationen. Zweitens werden erstmals Entwicklungs-Gelegenheiten im beruflichen und ausserberuflichen Bereich kartiert. Damit wird deutlich, dass selbst gestaltete Entwicklung Wahlmöglichkeiten und Gelegenheiten benötigt – und das in jedem Alter. So legt das Projekt die Grundlage für Innovationen, die solche Wahlmöglichkeiten identifizieren und schaffen – und damit für eine Langlebigkeits-Dividende für unsere Gesellschaft.»

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